9. Forschungsbericht aus dem Mikrohaus

Orte

Am liebsten liege ich auf dem Diwan mit der roten Decke – ein gemütlicher Ort, um vor mich hin zu schlummern oder ein Buch zu lesen.

Gerne liege ich dort, wenn es zu dämmern beginnt, es im Raum immer dunkler wird und das letzte Licht der Sonne sich in rotem Schimmer für diesen Tag verabschiedet. Das ist die Zeit des „Zwischens“,  der Brüchigkeit der Existenz, oder der Ahnung meines Lebens. Merkwürdige Worte, wenn ich lese, was ich gerade geschrieben habe. Vielleicht passt als Kontrast (oder Ergänzung?) der Fußboden vor dem Panoramafenster ganz gut dazu, ein Ort der Sammlung, wenn ich meine Yogamatte ausrolle, mich in den Lotussitz begebe und mit der Klangschale die Meditation einläute. Das Räucherstäbchen und die Kerze begleiten mich bei ihr.

Selbstverständlich für mich ist der Ort des Kochens. Ich Koche gerne und regelmäßig. Der Herd mit 2 Platten fordert mich dabei sehr heraus, neue Wege zu gehen, wo ich doch ein großzügiges Ceranfeld mit Backrohr gewohnt bin.

Der kleine Kaffeehaustisch an dem ich jetzt sitze, ist ein multifunktionaler Ort: Arbeitsplatz, Essplatz,  Schreibplatz, Kommunikationszentrum. Er ist die Mitte des Raumes und dazu passt die Form seines Kreises. Das Schlafzimmer wird untertags vernachlässigt außerdem ist es der Ort des An- und Entkleidens. Ganz wichtig ist die kleine Holzterrasse mit der Schwelle vor meiner Tür, dort sitze ich und rauche meine selbst gedrehten Zigaretten – am Morgen mit einer großen Tasse Kaffee.

Ich wünsche euch einen guten Wochenverlauf und verabschiede mich bis zu meinem nächsten Eintrag.

(Textbeitrag: Florian Kloidt)


Die Einträge geben die subjektive Erfahrung und Meinung des Erzählers wieder und entstehen im Rahmen eines PROGREENcity Forschungsprojektes in aspern Seestadt.