ex.alp: Griffen Green

Im Alpbacher Böglerhof stellt die Firma Griffner ihr neues Buch und Konzept Griffen Green vor. Nebst kulinarischer Verpflegung gibt’s Eindrücke aus dem Kinofilm „Die 4. Revolution – EnergyAutonomy“. Die Produzentin Irja Martens ist anwesend und diskutiert mit Thomas Lenzinger (CEO GriffnerHaus AG) und Michael Pech (ÖSW Vorstand) darüber, was in Zukunft möglich und unmöglich sein wird in Sachen Energie(autarkie).

Anlass gibt Griffen Green, das erste geförderte Wohnbauprojekt in ökologischer Holzbauweise. Energieautarkie ist möglich lautet der einheitliche Tenor. Auf einem 3200 m2 großen Grundstück in Kärnten wurden zwei Sozialwohnbauten mit insgesamt 18 Wohnungen errichtet und gerade eröffnet. „Hinsichtlich Energieeffizienz und Nachhaltigkeit erfüllt das Projekt die Anforderungen der künftigen EU-Gebäuderichtlinie“, so Thomas Lenzinger.

Für ex.alp geht er noch mehr ins Detail. Seine Firma möchte 2020 zum europäischen Marktführer in punkto Zero Energy Buildings werden. Die Holzbauweise im Einfamilienhausbau ist gut etabliert. Prinzipiell sei auch der Bau von 10 Geschossen auf diese Weise möglich, aber vor allem in der weit verbreiteten Gebäudeklasse 4-5 sollte man einen spannenden Marktanteil erreichen. Und Griffner möchte in den nächsten Jahren viel stärker im mehrgeschossigen Gebäude aktiv sein; Wohn- und Bürobauten, Kindergärten und Schulen könnten so errichtet werden. Bei einem Anteil von 25% dieser Bauweise im Wohnbau hätten wir die Klimaschutzziele bereits erreicht, so Thomas Lenzinger. Für aspern Die Seestadt Wiens freut er sich, denn „offensichtlich herrscht der politischer Wille, einen echten Wettbewerb der Materialien zu machen und den Holzbau salonfähig zu machen“.

Für den Geschäftsführer des Kärntner Siedlungswerkes Klaus Wutte ist das Projekt ein Musterbeispiel dafür, wie die Ziele der neuen Kärntner Wohnbauförderung in der Praxis umgesetzt werden können: Reduktion des Heizbedarfs, Nutzung alternativer Energieträger und Verwendung ökologischer Bau- und Dämmmaterialien.

Die Wandkonstruktionen sind 100% erneuerbar aus Holz, Zellulose und Kork, wobei letzterer noch importiert werden muss. Bei den Dämmungen zwischen Keller und Baukörper und für Flachdächer sind heute allerdings noch Kompromisse nötig. Daher wird aktuell an einem Projekt gemeinsam mit der Holzforschung Austria gearbeitet, um über 3 Jahre verschiedene Dämmmaterialien zu testen.

Zum Stichwort „Graue Energie“ wird Lenzinger aufs Neue enthusiastisch. In den allerwenigsten Fällen würde die Bauwirtschaft die Graue Energie bzw. die Lebenszykluskosten, eben jene Kosten, die von Anfang bis Ende der Produktionskette anfallen – inkl. Herstellung, Transport und Abfallentsorgung – berücksichtigen. Das wissen schließlich die wenigsten und von der Bauwirtschaft würde versucht, dies niederzuhalten, so der Griffner Chef. Die verbrauchte Energie beim Brennen eines Ziegels ist so hoch, dass der Ziegelbau nicht salonfähig wäre, würde es mehr Bewusstsein dafür geben.

Für die Stadt Wien sieht Thomas Lenzinger eine große Chance sich mit aspern Seestadt international zu positionieren. Der hohen volkswirtschaftlichen Bedeutung des Rohstoffes Holz muss Rechnung getragen werden und gerade die Seestadt sollte ihrem Namen gerecht werden. Statt alter Vorurteile gegenüber Holzbau wäre es viel wichtiger die Entscheidungsträger zu überzeugen, dass es möglich ist, preislich vernünftige und gesunde Gebäude zu bauen.

Hier gibt´s den Trailer zu „Die 4. Revolution – EnergyAutonomy“