ex.alp: Lobbying für die Jugend

Warum hat die Jugend das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden? Weshalb gibt es  zahlreiche Bewegungen wie die spanische Protestbewegung 15 M, aber keinen übergreifenden Lösungsplan? Protestieren junge Menschen nur des Protestes wegen? Oder steckt doch mehr dahinter?

Um Fragen wie diese ging es heute bei dem Panel „Lobbying and Networking for the Future of the youth“ in der Alpbacher Hauptschule. Als Gäste waren internationale Vertreter geladen, die man durchaus noch als „jünger“ einstufen könnte. Unter anderem Niccolo Milanese, Co-Präsident der Londoner Initiative European Alternative , Pablo Prieto, Repräsentant der spanischen 15M Bewegung oder Antonia Wulff, Beirätin zu Jugendpolitik im Europarat.

Während der Diskussion mit dem Publikum sind wichtige Aspekte aufgetaucht, die man gerade auch bei der Planung eines Stadtentwicklungsprojektes wie aspern Seestadt berücksichtigen könnte. Wolfgang, ein Streetworker aus Graz, hat sich für die Menschen mit denen er zusammenarbeitet ausgesprochen: Für „The people on the streets“. Seine Kritik an der EU war, dass zwar immer gepredigt werden würde, man kümmere sich um diese Menschen, im Endeffekt aber nichts unternommen würde. Für aspern Seestadt könnte es daher wichtig sein darüber nachzudenken, wie man mit Menschen, die auf der Straße leben, umgehen möchte. Und auch auf diese Menschen nicht zu vergessen.

Ein weiterer Kritikpunkt war das Zusammenleben der Generationen. Für Niccolo Milanese  ist das ein momentanes Problem der europäischen Protestbewegung . Er sieht den Missstand darin, dass alle Protestierenden es nicht schaffen, einen „common ground“, also einen gemeinsamen Kompromiss, eine Ebene zu finden. Dabei spielt eben auch der Generationenclash eine Rolle. Schon in dem Gespräch mit der GF von der Jugendinitiative BOJA wurde die Wichtigkeit der Darstellung von Lebenswelten deutlich. Wie kann man es schaffen, dass Alt und Jung wieder näher aneinander rücken. Wie kann man älteren Menschen zeigen, wie die Jugendlichen leben? Wie Jüngeren die Lebensrealitäten einer anderen Generation vermitteln?

Ebenfalls ein wichtiges Stichwort ist zum Thema direkte Demokratie gefallen. Hierbei wurde das Beispiel von „Better Iceland“ gebracht, eine Internet-Plattform auf der Isländer sich online einbringen konnten. Beispielsweise indem sie mit Kanidaten von politischen Parteien kommunizieren konnten und ihre Ideen zu einer Verbesserung online posten durften. Für aspern Seestadt würde so eine Plattform ebenfalls eine tolle Möglichkeit sein um die Ideen der zukünftigen oder bereits ansässigen Bewohner kennen zu lernen, oder generell in Kontakt zu treten.