ex.alp: Vassilakou und Ludwig: Wir ziehen in aspern an einem Strang!

Im Gespräch mit ex.alp betonen Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou und Wohnbaustadtrat Michael Ludwig die Bedeutung des größten Stadtentwicklungsprojekts Wiens als Vorbild in Sachen Nachhaltigkeit. Beide heben die Bedeutung des Quartiersmanagements hervor: „Wir haben in Wien eine lange Tradition und gute Erfahrungen aus dem Bereich der Gebietsbetreuungen und der Wohnpartner… Wir wollen einen besonderen Schwerpunkt auf das Management der Schnittstelle zwischen HauseigentümerInnen, Wirtschaftstreibenden und Bevölkerung setzen und dabei auf die Erfahrungen der Gebietsbetreuungen und der Wohnpartner aufbauen“, so Stadtrat Ludwig. Zu einer begleitenden Evaluierung äußert sich Vizebürgermeisterin Vassilakou sehr positiv: „Es ist eine hervorragende Idee die gesamte Quartiersentwicklung wissenschaftlich zu begleiten und Ergebnisse für die Zukunft zu gewinnen. aspern soll auch dafür ein Musterbeispiel werden“.

Im Rahmen der Expedition Alpbach hat das Forschungsteam etwa 30 Gespräche mit verschiedenen ExpertInnen zu relevanten Trends und Entwicklungen rund um das Thema Stadt, Umwelt und Gesellschaft geführt. Im Gespräch mit den beiden Wiener StadtpolitikerInnen wurden einige dieser Anregungen zur Diskussion gestellt, etwa Gemeinwohlökonomie als Modell für ökonomische Nachhaltigkeit in aspern Seestadt. „Wir wollen dieses sehr ambitionierte Ziel erreichen und sind mit einer Reihe von Unternehmen im Gespräch, die mit energieschonenden Technologien oder ambient assisted living zu tun haben – was immer dazu beitragt, das Leben von Menschen unmittelbar besser zu gestalten“, so Vassilakou.

Das Generalthema des heurigen Europäischen Forum Alpbach lautete Gerechtigkeit. Daher die Frage an Michael Ludwig wie die aktuelle Wohnbaupolitik in Wien zu einer gerechten Stadt beiträgt. „Möglichst alle Menschen in Wien sollen sich qualitätsvollen Wohnraum leisten können. In aspern Seestadt wird es daher einen spannenden Mix verschiedener Eigentumsstrukturen und Miethöhen geben, der eine gute soziale Durchmischung sicherstellt.“

Bei den Gesundheitsgesprächen war das zentrale Thema die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen vor allem im städtischen Umfeld. Beiden PolitikerInnen ist dies selbstverständlich ein großes Anliegen. Maria Vassilakou verweist auf die Potentiale urbaner Landwirtschaft und die Möglichkeiten einer qualitätsvollen Versorgung mit Lebensmitteln, die in und um aspern Seestadt produziert werden. „Vieles, was momentan Schaugrün ist, wird vielleicht durch Gemüsebeete ersetzt werden, wir sehen den unaufhaltsamen Trend in Städten einen großen Teil des Gemüsebedarfs vor Ort selbst zu produzieren.“ Aus der Sicht von Michael Ludwig geht es bei der Gesundheit der jungen Menschen um eine gute Versorgung mit Freiraum, Freizeit- und Sportangeboten, auf die in aspern Seestadt ja auch besonders Wert gelegt wird.

Aus Brüssel wird berichtet, dass große Technologiekonzerne an integrierten Gesamtlösungen für die Infrastrukturversorgung ganzer Städte oder Stadtteile arbeiten. Solche Systeme umfassen Leistungen in den Bereichen Energie, IKT, Mobilität, Wassermanagement und mehr. Für Vassilakou und Ludwig ist klar, dass aspern Die Seestadt Wiens nach bestmöglichen und innovativen Technologien strebt. Dabei stehen aber immer die Menschen und ihre Bedürfnisse im Vordergrund. Und es darf zu keinen einseitigen Abhängigkeiten von Versorgern kommen. Grundsätzlich bieten die Partnerschaften mit der Wirtschaft in diesem Bereich große Chancen für nachhaltige Lösungen und auch für neue Finanzierungsmodelle.

Ausländische ExpertInnen waren mitunter überrascht, dass in Wien die Ressorts Wohnen und Stadtentwicklung nicht in einer Hand liegen. Beide PolitikerInnen betonen, dass sie in aspern Seestadt an einem Strang ziehen und für integrierte Lösungen stehen.

> Interview mit Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou und Wohnbaustadtrat Michael Ludwig in Alpbach.

What Others Are Saying

  1. Raimund Gutmann Sep 5, 2011 at 10:23

    Sehr gut, wenn Stadtentwicklung und Wohnen „an einem Strang ziehen“.Ein grundlegendes Konzept für ein Quartiersmanagement, das wir mit Vertreter/innen von Magistratsabteilungen und externen Expertinnen und Experten erarbeitet habene, liegt ja bereits vor, allein es geht jedoch wie immer um die (anteilige) Finanzierung. Ein ganz wichtiger Aspekt ist m.E. ein wirklich frühzeitiger Start einer derartigen begleitenden Einrichtung – d.h. eigentlich ab sofort!
    Dr. Raimund Gutmann, wohnbund:consult