Sandflächen im öffentlichen Raum der Seestadt

Foto (c) Tizian Ballweber

Viele, die durch die Straßen und Plätze in der Seestadt schlendern, werden sie bemerkt haben – die sandigen Flächen zwischen Fahrbahn und Gehsteig. Sie werden von den Fachleuten auch als „wassergebundene Oberflächen“ bezeichnet.

Sie haben sich schon gefragt, was es mit diesen Flächen auf sich hat? Dann erfahren Sie hier mehr darüber…

Der Grund, warum in diesen Bereichen kein Rasen angelegt wurde ist, dass sich hier in Zukunft sehr viele Menschen bewegen werden und eine Grasfläche diesem Nutzungsdruck nicht standhalten würde. Jedoch ist es in einer Stadt, in der ohnehin sehr viele Flächen verbaut sind, wichtig versickerungsfähige Flächen zu schaffen. Eine mögliche Lösung ist der angesprochene wassergebundene Wegbelag und eine Pflasterungsmethode mit Naturfugen. Sandflächen und Fugen sind für Niederschlagswasser durchlässig und die Sandflächen halten einer intensiven Nutzung stand. Nicht zu vergessen – die Bäume kommen an ihr lebensnotwendiges Wasser. Mit diesen Maßnahmen wird bei der Planung und beim Bau der Seestadt einer übermäßigen Bodenversiegelung vorgebeugt.

Im Sommer war eine erhöhte Staubbelastung in der Seestadt zu beobachten, die unter anderem auf die wassergebundenen Oberflächen und den Fugensand zurückzuführen ist. Durch die Trockenheit im Sommer in Kombination mit dem Wind, der so manches Mal spürbar intensiv über die Stadtteile nördlich der Donau streicht, wurde der Staub zur Belastung für Mensch und Technik. Dass hier viel Staub herumwirbelte, hat etwas mit den Eigenschaften dieser Oberflächen zu tun: Die Sandflächen sind zwar fertiggebaut, jedoch brauchen diese etwas Zeit, damit die Feinteile im Sand in tiefere Schichten des Belags transportiert werden können. Dieser Transport geschieht vor allem durch Regenwasser. Da Regen in diesem Sommer sehr selten war, konnte diese Setzung nicht adäquat erfolgen. Die Feinteile blieben an der Oberfläche und wurden vom Wind zum Missfallen einiger SeestädterInnen verblasen. Auch eigens eingearbeitete „Stabilizer“, die eine zusätzliche Bindung gewährleisten, konnten nicht verhindern, dass der Wind Staub mitträgt. Selbiges gilt für die Naturfugen zwischen den Pflastersteinen – hier wird überschüssiger Sand nach einiger Zeit entfernt. Durch die Niederschläge im Herbst und Winter wird eine deutliche Besserung erwartet!

 

What Others Are Saying

  1. Katharina Kottmel Okt 23, 2015 at 13:37

    Liebes Stadtteilmanagent,

    finde es toll, dass es diese Erklärung zu diesen unschönen Flächen gibt, die in meinem Seestadt-Bekanntenkreis allgemeines Missfallen findet. Die Argumentation, dass hier so viele Menschen gehen werden, kann ich mir nicht ganz vorstellen, da auch die Gehsteige ohne Sandflächen überdurchschnittlich breit sind. In der Sonnenallee wurde auch begrünt. Also, verstehe ich nicht, wieso nicht überall.

    Liebe Grüße,
    Katharina Kottmel

  2. Christophorus Ableidinger Okt 26, 2015 at 18:58

    Der Gehsteig neben den Sandflächen ist mehrere Meter breit, – genug Platz für Horden von Seestadtbewohnern und Besuchern. Rasen (als momotones Intensivgrün gedacht ist sicher an dieser Stelle nicht sinnvoll. Weder für die Natur , noch für den Mensch (als Teil der Natur). Was die Wildtiere (Bienen und Co.) zur Nahrung benötigen. Man könnte trotzdem mit einer trittverträglichen Schotterrasenbegrünungsmischung aus blühenden heimischen Wildpflanzen die Flächen begrünen. Dies würde kostengünstiges blühendes Grün in die Seestadt bringen. Trampelspuren die durch Nutzung entstehen, stören dabei nicht, im gegenteil: sind Strahlenlose Kamille (eine typische Pflanze von Trittgesellschaften) und Wildthymian Bestandteil der Mischung so duftet es bei jedem betreten angenehm. Für Betritt geeignetes Saatgut aus der heimischen Flora gibt es eine gute Adresse: http://www.wildblumensaatgut.at/. Die Staudenbepflanzung mit Kiesmulch sind naturfern und kostensintensiv.
    Schottermulch hat bei der Erzeugung einen hohen ökologischen Fußabdruck. Natürliche Bodenbildungsprozesse, wie der Kreislauf von Bestandsabfall, Verrottung, Nährstofffreisetzung aus dem Verrottungsprozess können in diesem künstlichen System mit Kiesabdeckung nicht mehr funktionieren, da die Kiesflächen sonst „unsauber“ aussehen würden.
    Ein Kosten-Nutzen-Vergleich (Herstellung und Pflege) der vorgeschlagenen Begrünung der Sandflächen mit dem Intensivgrün (Staudenbeete mit Kiesmulch) in Form eines Projekts (z.B.: Bachelorarbeit oder Masterarbeit für Landschaftplaner an der Universität für BOKU) würde sich anbieten.
    MfG Christoph

    • Andreas M. Nov 3, 2015 at 14:07

      Sehr gute Anregungen, das hört sich nach einem interessanten und praktikablen Kompromiss an. Ich bitte ebenfalls darum, diese Ideen aufzugreifen. Die „Sandlösung“ finde ich fürchterlich steril und langweilig.

      Als Problem sehe ich zudem weniger das Betreten, sondern vielmehr das vermutlich gar nicht vorgesehene Befahren dieser Flächen. Offenbar sind recht viele KFZ-Lenker zu faul zum Rangieren und ziehen beim Wenden sowie beim Ein- und Ausparken sukzessive immer mehr z.T. tiefe Reifenspuren durch diese Flächen.

      Daher sollte man im Zuge eines weiteren Ausbaus zumindest zur Straße und zu den Parkbuchten hin noch den einen oder anderen Poller bzw. andere geeignete Begrenzungen aufstellen, um weitere Beschädigungen zu unterbinden.

      Der Mittelstreifen der östlichen Sonnenallee wird zudem oft als Abkürzung für die dort parkenden Fahrzeuge missbraucht. Immerhin sind mittlerweile wenigstens auf Höhe der Tiefgarage von D10 provisorische Betonblöcke als Sperre aufgestellt worden, wo es für Fußgänger zeitweise aufgrund der häufig querenden Fahrzeuge schon recht gefährlich war.

      Daran sieht man leider auch wieder einen wesentlichen Nachteil der eigentlich lobenswerten Umsetzung der durchgängig abgesenkten Gehsteigkanten: Ständig „verirren“ sich Kraftfahrzeuge und Radfahrer auf die Fußwege, weil die flachen Kanten kaum als Fahrbahngrenzungen wahrgenommen werden. Der Sicherheit der Fußgänger ist das nicht sonderlich zuträglich. Die Planer haben es damit zweifellos gut gemeint, aber offenbar nicht mit der Ignoranz und Rücksichtslosigkeit so mancher Verkehrsteilnehmer gerechnet.

  3. Michael Auß Okt 27, 2015 at 12:25

    Bisher dachte ich diese Sandflächen seien nur übergangsweise bis diese Flächen in der Zukunft begrünt werden.
    Diese Erklärung lässt mich nun aber sehr ärgern:
    Die Seestadt wurde mit solch breiten Straßen geplant und umgesetzt, und dann argumentiert man mit Gehflächen? Der Sichtbeton inkl Verputz vieler Häuser gestaltet sich nicht gerade Farbenfroh – so hoffte ich auf Begrünung der riesigen Flächen. Beigegraubraune Flächen schaffen eine trostlose Atmosphäre, die grünen Flächen in diversen Prospekten waren ein Ansporn hierher zu ziehen.
    Fahrbahnen und Gehsteige sind schon grau genug, so werden die „Flaniermeilen“ nicht gerade einladender.
    Die öffentliche Meinung zu diesem Thema ist schon sehr schlecht, bitte überlegen Sie sich hier nicht doch aktiv für mehr Bepflanzung zu sorgen – pflanzen Sie uns nicht mit grünen Prospekten und braunen Billiglösungen.

    • Christophorus Ableidinger Okt 29, 2015 at 20:27

      Danke, der Kommentar gefällt mir.
      Es ist auch möglich grüne Billiglösungen zu machen (siehe meinen Beitrag). Nicht alles was blüht muß teuer und mit viel Aufwand gemacht werden.

    • Herbert Okt 30, 2015 at 14:45

      Ihr Kommentar gefällt mir – bin ganr Ihrer Meinung Herr Auß !

      Es ist wirklich schade, wie FALSCH das Projekt v. div. Genossenschaften (welche ja die Informationen v. 3420 Wien erhalten hat) weitergegeben wurde.

      Die Maria-Tusch-Straße sollte ja soweit ich weiß, auch eine Allee mit vielen Bäumen und viel Grünfläche sein – v. d. ist hier nichts zu sehen !

      Ich hoffe das Management „überdenkt“ nocheinmal die sogenannte wassergebundene Oberflächen (welche meiner Meinung nach aus KOSTENGRÜNDEN uns so erhalten bleiben soll)

      Beste Grüße,

      ein unzufriedener, unglücklicher Bewohner der Seestadt !

  4. Michael Auß Okt 27, 2015 at 12:33

    mit solchen Bildern wirbt man:
    https://www.ses-european.com/fileadmin/user_upload/aspern_luft_rz2__c__schreinerkastler_03.jpg

  5. Anna H. Pissarek Okt 29, 2015 at 20:32

    Sehr geehrtes Team der PlanerInnen,
    erstens Bravo für die Erklärung dieser Flächen, die Info darüber.

    Zweitens die Bitte, eine neue und andere Lösung (z.b Input C Ableidinger) überlegen, auch ich finde diese Flächen grell und hitzefördernd im Sommer, staubproduzierend immer und generell nicht attraktiv, auch wenn ich Sinn und Zweck verstehe.
    Drittens: Entzückend die roten Sessel nun, aber noch mehr würde ich mich über PFLANZEN freuen.
    Danke für die Möglichkeit des Austausches und der Info!

    Anna H. Pissarek

  6. Franz Schwarz Nov 2, 2015 at 20:31

    Ich hoffe, dass die Fehlplanung mit dem Sand noch zugunsten von Rasenflächen umgestaltet wird. Die Ausrede, dass sich hier in Zukunft sehr viele Menschen bewegen werden und eine Grasfläche diesem Nutzungsdruck nicht standhalten würde, ist schon sehr fadenscheinig. Neben den vielen Sandflächen sind die Straßen außerdem mit Autos zugeparkt, so wie überall in Wien. Statt Sandflächen und Dauerparkplätze hätte ich eigentlich ruhige begrünte Wohnstraßen erwartet. Insgesamt bin ich deshalb eher enttäuscht von der Seestadt.

  7. Moschinger Markus Nov 4, 2015 at 10:44

    Sehe es wie die anderen, diese Sandflächen sind leider eine Zumutung. Wie hier bereits erwähnt wurde, sind im Vorfeld ganz ANDERE Bilder/Grafiken präsentiert worden wie es denn einmal aussehen sollte. Sowohl vom Seestadt-Management als auch zB von meiner Genossenschaft. Dass diese Sandflecken schön billig sind ist klar, aber vielleicht hätte man sich ja auch statt der teuren und nicht allzu lange haltenden Pflasterstein-Gehwege eine günstigere Alternative einfallen lassen können um mit dem gesparten Geld dann eine hübschere Variante als diese Sandkisten zu finden – auf welchen man im übrigen schon auf 100 m sehr schön jeden Hundehaufen entdecken kann wenn mal wieder ein Hundebesitzer zu faul war sich zu bücken um den Haufen wegzumachen. Ebenso wurde ja bereits angesprochen, dass div. PKW-Lenker (und teilweise auch LKW-Fahrer) diese Flächen zum Wenden benutzen und dann die Furchen im Sand bleiben.
    Mich würde ja auch interessieren welche Herrschaften des Seestadt-Managements freiwillig ihre Freizeit dann auf den tollen roten Sesseln auf staubigen Sandflächen direkt neben der Fahrbahn verbringen wollen. Ich für meinen Teil will/würde das nicht.
    Lange Rede kurzer Sinn: die Flächen sehen grässlich aus, produzieren Dreck (und das wird auch nach dem Winter noch so sein wenn weiterhin div. Fahrzeuge darauf herumkurven) und der wirklich EINZIGE Vorteil den es gibt gilt nur für die Bauherren: es ist BILLIG.
    Ich wäre ebenfalls sehr froh, wenn zB der bereits hier angesprochene Schotterrasen Einzug findet.

    Mit freundlichen Grüßen

    Moschinger

  8. Stadtteilmanagement Seestadt aspern Nov 6, 2015 at 13:59

    Liebe SeestädterInnen,
    Danke für Ihre Anregungen und Ihr Interesse an der Gestaltung Ihrer Wohnumgebung.
    Wir sind dabei, weitere Informationen zur geplanten Gestaltung der Maria-Tusch-Straße einzuholen und werden diese in weiterer Folge auf dem Stadtteilblog zur Verfügung stellen. Wir sind natürlich auch stets bemüht, Gestaltungsspielräume für BewohnerInnen auszuloten und informieren über Beteiligungsmöglichkeiten.
    Wir würden uns freuen, Sie beim 3. SeestadtForum am 23. November begrüßen zu dürfen, im Rahmen dessen auch Fragen zum öffentlichen Raum diskutiert werden können. Weitere Informationen dazu erhalten Sie unter: http://meine.seestadt.info/3-seestadtforum-bewohnerinnen-im-dialog-mit-expertinnen/
    Viele Grüße,
    Das Team des Stadtteilmanagements