stadt.schreiben: Das Haus am Keaton Place

(Image: Stefan Lux)

Dieser Bausatz beinhaltet in seiner vollzähligen Ausführung alle Elemente eines Fertigteilhauses, dessen Einzigartigkeit darin besteht, dass es, was die Technik betrifft, von jedem halbwegs geschickten Hobbyhandwerker zusammengebaut werden kann. Spezifisches Know-how wie Statik, Schweißen, Tischlern ist nicht erforderlich.

(Textbeitrag: Hanno Millesi)

Die individuellen Fehler, die beim Zusammenbau des Hauses gemacht werden, garantieren ein individuelles Ergebnis, das als charakteristisch für den Bauherrn angesehen werden kann, der Bewohner und verantwortlicher Bauarbeiter in einer Person ist. Die Inspiration für den Bausatz geht auf den Film One Week (USA 1920) zurück, in dessen Verlauf Buster Keaton und seine soeben Angetraute vom Brautvater ein Fertigteilhaus als Hochzeitsgeschenk erhalten. Ein zuvor von Busters Braut zurückgewiesener Verehrer rächt sich an den frisch Vermählten, indem er die Nummern an den Kisten, in denen sich die einzelnen Bauelemente des Hauses befinden, heimlich vertauscht. Als Buster und seine Gemahlin, die sich streng an die mitgelieferte Bauanleitung halten, fertig sind, weist sein Haus folgerichtig diverse Absurditäten auf, die so etwas wie den Wohnkomfort verkomplizieren. Die Eingangstüre etwa befindet sich im ersten Stock, das Waschbecken ist an einer Außenwand angebracht. In der letzten Szene des Films, wird das Haus, das sich im Laufe der Handlung sogar als transportabel erweist, von einem Zug überfahren. Hoffnungslos optimistisch versieht Buster den Trümmerhaufen mit der Bauanleitung, ehe er sich mit seiner Frau „aus dem Staub macht“.